Portal zur Traumahilfe und Traumatherapie

Mit freundlicher Genehmigung durch Radio Bayern 3 dürfen wir Euch den Link zum Potcast zur Verfügung stellen. 

Gesprächspartner war die Gründerin des Traumahilfezentrum München.

Gabriele Heyers, Traumatherapeutin – 23.09.2015

„Wann fühle ich mich wirklich lebendig? Diese Frage ist wichtiger geworden nach meinen Krankheiten. Lebendig fühle ich mich in der Natur, an der Nordsee, und wenn ich Musik höre“. Gabriele Heyers hat zwei schwere Krankheiten durch gestanden. Eine Blutvergiftung, wegen der sie vier Monate nicht arbeiten konnte. Und eine Querschnittsmyelitis, die sie an den Rollstuhl fesselte. Sie musste geduldig wieder gehen lernen. Diese Momente der Schwäche haben sie stark gemacht und ihr zwei Dinge geschenkt: Verständnis und Mitgefühl im Umgang mit anderen. Vor fast zehn Jahren hat die Psychotherapeutin das Trauma Hilfezentrum München e. V. gegründet, in dem schwer traumatisierte Menschen nach Kriegserlebnissen, Missbrauch oder der Diagnose unheilbarer Krankheiten Halt finden. Ihre Arbeit hat ihr auch geholfen, ihre Eltern besser zu verstehen. Beide waren kriegstraumatisiert.

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ANUAS-Forschungsarbeit Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper

  1. Was ist ein Trauma?

„Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper nach einem Trauma…“ – Abschlussarbeit beim Campus naturalis

PDF Logo „Systemische Auswirkungen bei Verlust eines Familienmitgliedes durchFremdtötung…“ – Abschlußarbeit beim Campus naturalis

Der Ausdruck Trauma (griech. „Wunde“) bezeichnet

–          in der Medizin eine Wunde, Verletzung oder Schädigung des Körpers

–          in der Psychologie eine von außen einwirkende Verletzung der seelisch psychischen

Integrität.  Es bezeichnet ein sog. Psychotrauma (Wikipedia)

Traumata sind kurz- oder langanhaltende Ereignisse oder Geschehen von außergewöhnlicher

Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß, die nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würden. (Trauma nach ICD 10)

Ein Trauma ist ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit dem Gefühl von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.

(Definition nach Fischer und Riedesser 2003)

„… Beim posttraumatischen Streßsyndrom handelt es sich um eine verzögerte Streßreaktion, die ständig widerkehrt, auch lange Zeit nach dem traumatischen Erlebnis. Darüber hinaus erleben die Opfer eine emotionale Abstumpfung gegenüber alltäglichen Ereignissen sowie ein Gefühl der Entfremdung von anderen Menschen. Der emotionale Schmerz dieser Reaktion kann schließlich zu verstärktem Auftreten verschiedener Begleitsymptome führen, wie z. B. zu Schlafstörungen, Schuldgefühlen, überlebt zu haben, Konzentrationsstörungen und einer gesteigerten Schreckreaktion. Die klinischen Symptome des posttraumatischen Streßsymptoms werden als konditionierte Reaktionen beschrieben, die im Zusammenhang mit einer schwerwiegenden lebensbedrohlichen Reizsituation erlernt werden…“ (Petra Kurowski, HP Psych)

„…Die Psychologin S. Kobasa ist der Ansicht, dass man das Persönlichkeitsmerkmal Widerstandsfähigkeit besitzen muss, um mit Stress fertig zu werden…“.

(Zimbardo, Philip G. und Gerrig, Richard J.: Psychologie 7. Auflage 1999, Springer Verlag, Heidelberg          S. 405f)

Das bedeutet, dass ein widerstandsfähiger  Mensch Veränderungen als Herausforderung annimmt und nicht als Bedrohung, er engagiert sich zielbewusst für bestimmte Aktivitäten und besitzt ein Gefühl der inneren Kontrolle über sein Handeln. Diese 3 Faktoren: Herausforderung, Engagement und Kontrolle, ermöglichen die adaptive Interpretation belastender Ereignisse.

Kurzfassung des Ablaufs einer Stressreaktion, nach Auftreten einer Belastung:

  1. Es kommt zu phasenhaftem Verlauf mit Alarmreaktion und Kampf-Flucht-Tendenzen. Hier wird der Teil des Nervensystems aktiviert, welcher den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Stresshormone werden ausgeschütet und diese versetzen den Körper in Alarmbereitschaft
  2. Widerstandsstadium— Der Körper unternimmt alles, um die Belastung zu kompensieren.
  3. Erschöpfungsstadium — Jetzt kommt es zum Abklingen der Alarmreaktion und einem generellen Erschöpfungszustand mit u.a. Schwächung des Immunsystems und Wundheilungsstörungen.